Richard Lenel
Der Großindustrielle Richard Lenel war fest in der Mannheimer Gesellschaft verankert und, wie schon sein Vater und Großvater, Präsident der Mannheimer Handelskammer. Während der NS-Zeit war er in die Emigration gezwungen, kehrte 1949 in seine Heimatstadt zurück und wurde zum Ehrenbürger ernannt.
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Eltern: Victor Lenel (1838-1917), Sara Helene Michaelis (1844-1917)
2 Geschwister: Walter (1868-1937), Klara (1872-1932)
Ehefrau: Emilia (Milly) Maas (Berlin 1880 - Mannheim 1959), Heirat 1900
Eduard und Johanna Arnhold
Aufgewachsen in Dessau als Sohn eines Armenarztes und aktiven Vertreters des aufkommenden Reformjudentums, ging Eduard Arnhold bereits im Alter von 14 Jahren beim ebenfalls jüdischen Kohlenhandelsunternehmer Caesar Wollheim in Berlin in die Lehre. Bereits mit 21 Jahren wurde Arnhold Prokura erteilt. Eduard Arnhold entwickelte die übernommene Firma zu einem der führenden Energieversorger des Kaiserreichs, förderte neue Verkehrswege, sowie die Luftschifffahrt des Grafen Zeppelin.
Helene Hecht
Helene Hecht war eine Salonnière und Mäzenatin, die zu Musikern und bildenden Künstlern enge Kontakte unterhielt. In ihrem Haus in Mannheim verkehrten Johannes Brahms und Franz von Lenbach. Teile ihrer Kunstsammlung musste sie in der NS-Zeit verfolgungsbedingt verkaufen und auf ihre Villa eine Hypothek aufnehmen. Wie die meisten badischen Juden wurde sie ins Konzentrationslager im französischen Gurs gebracht. Nach ihrer Festnahme am 22. Oktober 1940 kam Helene Hecht noch während der Deportation dorthin ums Leben.
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Handschuh- und Strumpffabrik - Heidenheim,Oppenheim & Co.
<p>Die Wurzeln der Handschuh- und Strümpfe-Fabrik Heidenheim, Oppenheim & Co. gehen zurück ins Jahr 1879 als Gustav Heidenheim am 1. Juli 1879 in Chemnitz die Stoffhandschuh- Fabrik gründete. Nachdem die angemieteten Räumlichkeiten am Neustädter Markt zu klein wurden kam der Entschluß zum Neubau einer Fabrik auf dem eigenen Grundstück in der Beckerstraße 13. Mit deren Fertigstellung wurde auch der Geschäftsbereich unter der Hinzunahme von Strumpfwaren erweitert.
Clara Sigmann-Seidel
Clara Kahn wurde im badischen Kuppenheim geboren. Mit ihrem Mann Salomon Sigmann führte sie in Pforzheim ein Wäsche- und Brautausstattungsgeschäft.
Ihr Mann verstarb 1933, ein Jahr darauf wurde das Geschäft liquidiert. Clara Sigmann zog mit ihrer Tochter und Enkeltochter nach Mannheim.
Ludwig Horwitz
<p>Ludwig Horwitz stammte aus einer Nürnberger Kaufmannsfamilie. Er hatte mindestens einen Bruder - Arthur, geb.1887, der mit der aus Frankenthal stammenden Alice Blumenstiel verheiratet war und in Nürnberg lebte. Die Nürnberger Einwohner-Meldekarte Ludwig Horwitz vermerkt über den 1877 geborenen ledigen Spezialarzt für Magen- und Darmkrankheiten Dr. Ludwig Horwitz: „07.04.1931: Selbstmord durch Ertrinken“.
Ernst Polaczek
Ernst Polaczek war ein österreichischer Kunsthistoriker. Aus einer jüdischen Fabrikantenfamilie in Böhmen stammend, galt seine Liebe der früher deutschen Stadt Straßburg, wo er Universitätsprofessor und Museumsdirektor war. Nach dem Ersten Weltkrieg musste er die dann französisch gewordene Stadt verlassen und kehrte erst 1933 aus Görlitz, wo er wegen seiner jüdischen Herkunft arbeitslos geworden war, in die Nähe des Elsass zurück. Mit seiner zweiten Frau wohnte er in Freiburg, wo er Teile seiner Kunstsammlung verkaufen musste.
Israelitische Kultusgemeinde Lörrach
Sally Falk
Sally (Salomon, auch Saly, später Henri) Falk kam am 22. März 1888 in Heilbronn zur Welt. Die Familie zog 1899 nach Mannheim, gründete eine Firma zur Verwertung von Baumwollabfällen und nahm am wirtschaftlichen Aufschwung der Industriestadt teil. Das bis in den Ersten Weltkrieg erworbene beträchtliche Vermögen nutzte Sally Falk zum Ankauf von Kunstwerken und zur Unterstützung von Künstlern, hauptsächlich des Bildhauers Wilhelm Lehmbruck. Mit einer Stiftung legte er 1921 den Grundstock der Skulpturensammlung der Kunsthalle Mannheim.