Agudas Jisroel

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Die streng orthodoxe Vereinigung Agudas Jisroel, 1912 in Polen gegründet, vertrat die Haltung, dass nicht die politische Bewegung des Zionismus das „jüdische Volk zur Erlösung“ führen würde, sondern einzig das genaue Befolgen der Gebote der Tora. Nach der Schoa relativierte die Organisation diesen Standpunkt und beteiligte sich am Aufbau des jüdischnationalen Gemeinwesens, hielt jedoch stark daran fest, dass die Halacha, das jüdische Religionsgesetz, über die Belange des Staates Israel entscheiden sollte.

Sitz der Jugendorganisation Haschomer Hazair und Redaktion der Zeitung Oyf der vakh

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Haschomer Hazair (hebr. der junge Wächter) ist eine 1913 in Galizien gegründete links-zionistische Jugendorganisation, die maßgeblich die Kibbuz-Bewegung beeinflusste und schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg junge Männer und Frauen als Chaluzim (hebr. Pioniere) nach Palästina entsandte. Mitglieder der Vereinigung beteiligten sich als Partisaninnen und Partisanen und Gettokämpfer und -kämpferinnen am Widerstand gegen das NS-Regime. Nach 1945 schmuggelte der Haschomer Hazair tausende jüdische Kinder und Jugendliche aus Osteuropa in die DP-Lager.

Redaktion der Zeitung Nizoz

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Die Zeitung Nizoz (der Funke) war eine in Kaunas (Litauen) gegründete Untergrundzeitung der zionistischen Jugendorganisation Brit Zion (hebr. Zions Bund). Nach der Liquidation des Gettos wurden die Akteurinnen und Akteure ins KZ Kaufering deportiert, wo sie bis zur Befreiung des Lagers noch weitere sieben Nummern unter lebensgefährlichen Bedingungen produzierten. Nach der Schoa konnte die Zeitung dann von Juli 1945 bis zum April 1948 als eine legale hebräische Zeitung in München erscheinen. 

 

Zentralkomitee der befreiten Juden

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Das Zentralkomitee der befreiten Juden in der US-Zone zeigte das hohe Maß der Selbstorganisation der Sche’erit Hapleta in den Jahren von 1945 bis 1950. Das neu geschaffene Gremium richtete sein Büro in München zunächst im Deutschen Museum ein, dann in der Siebertstraße. Ziel war es, die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Notlage der jüdischen Überlebenden in den DP-Lagern zu lenken, um Druck auf Großbritannien auszuüben, Palästina für die Einwanderung der DPs zu öffnen.

Suchdienst des Zentralkomitees der befreiten Juden

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Der amerikanische Armeerabbiner Abraham Klausner (1915—2007) traf im Mai 1945 im kurz zuvor befreiten Konzentrationslager Dachau ein und begann sich für die Belange der ehemaligen jüdischen KZ-Häftlinge einzusetzen. Bereits am 21. Juni 1945 gab er die erste gedruckte Suchliste mit dem Titel Sharit Ha-Platah (der gerettete Rest) heraus, die vom Zentralkomitee der befreiten Juden in Bayern veröffentlicht wurde. Sie enthält einige Tausend Namen von Überlebenden. Mit Hilfe des eingerichteten Suchdienstes wurde weltweit nach Familienangehörigen geforscht.

 

American Jewish Joint Distribution Committee (AJDC / Joint)

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Das American Jewish Joint Distribution Committee (AJDC / Joint) wurde 1914 als jüdisch-amerikanische Wohlfahrtsorganisation mit dem Ziel gegründet, Jüdinnen und Juden in Osteuropa und Palästina wirtschaftlich zu unterstützen. Während des Zweiten Weltkriegs half die Organisation jüdischen Flüchtenden aus NS-Deutschland. Nach der Schoa initiierte der Joint ein umfangreiches Hilfsprogramm für die Überlebenden in den deutschen, österreichischen und italienischen DP-Lagern. Zudem organisierte und finanzierte der Joint die Auswanderung nach Israel und Übersee. 

ORT Berufsfachschule München

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ORT (Organisation for Rehabilitation through Training) führte nach dem Zweiten Weltkrieg Rehabilitationsprogramme für DPs durch, nach der Staatsgründung kamen auch Ausbildungsprogramme in Israel hinzu. Die Organisation bildete zwischen 1946 und 1949 in ihren Fachschulen mehr als 22 000 jüdische DPs im Alter von 18 bis 55 Jahren aus. An den Schulen konnten unterschiedlichste handwerkliche Berufe erlernt werden: Schneiderei und Mechanik bis hin zu Fotografie. ORT ist heute ein weltweit tätiges Berufsbildungsnetzwerk, das sich gezielt an Jüdinnen und Juden richtet.

Jüdisches Krankenhaus

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Da sich viele Jüdinnen und Juden nicht von deutschen Ärzten versorgen lassen wollten, forderten die jüdischen Selbstverwaltungsgremien schon Ende 1945 eine eigene medizinische Infrastruktur und ein separates Krankenhaus. Im Gymnasium Max-Josef-Stift in München-Bogenhausen, das im Krieg als Lazarett diente, wurde im Frühjahr 1946 ein UNRRA-Hospital für NS-Verfolgte jeglicher Herkunft eröffnet. Erst ab April 1949, unter Leitung des Chefarztes Dr. Moses Osterweil, richtete sich das Krankenhaus dann ausschließlich auf eine medizinische Versorgung von jüdischen Überlebenden aus.

Orthodoxe Synagoge

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Das Zentralkomitee der befreiten Juden bemühte sich 1946 um eine orthodoxe Synagoge in unmittelbarer Nachbarschaft zur Möhlstraße mit ihren jüdischen Institutionen. Ende 1946 konnten die Räumlichkeiten der ehemaligen Lauer-Villa bezogen werden. Neben einer Synagoge wurden im Keller die Möglichkeiten für rituelle Schlachtungen eingerichtet, außerdem ein rituelles Bad (Mikwe), ein Trausaal und Unterkünfte für bis zu 250 Personen.

Hebräisches Gymnasium mit Volksschule und Kindergarten

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Im Mai 1946 wurden das Hebräische Gymnasium, die Volksschule und ein Kindergarten errichtet. Sie unterstanden dem Direktorium für Kultur und Erziehung beim Zentralkomitee der befreiten Juden in der US-Zone. Im Vordergrund stand die Auswanderung nach Palästina, später Israel, und so war Hebräisch die vorrangige Unterrichtssprache. Ferner standen jüdische Religion und Geschichte sowie Landeskunde Palästinas, später Israel, auf dem Lehrplan. Darüber hinaus wurde aber nach deutschem Lehrplan unterrichtet.