Jüdischer Friedhof Ellrich

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Die jüdische Gemeinde hatte bereits im 16. und 17. Jahrhundert einen Friedhof vor dem Wernaer Tor. Als dieser Friedhof in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu klein geworden war, erwarb die Gemeinde 1782 ein Grundstück vor dem Walkenrieder Tor. Die letzte Beisetzung erfolgte 1915. Die Friedhofsfläche umfasst ca. 25,00 ar. Es sind etwa 75 Grabsteine erhalten. Viele von ihnen weisen Spuren von Zerstörungen und Schändungen auf. Die an der Ecke Töpferstraße/Karlstraße befindliche Gedenktafel wurde in den 1990er-Jahren zerstört und entfernt; daraufhin wurde eine neue Tafel angebracht.

Synagoge (Ellrich)

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Artikel in der Zeitschrift "Menorah" 1926 Heft 9 S. 528: "Die Synagoge in Ellrich. Die vielen kleinen Judengemeinden Deutschlands mit ihrer eigenartigen Physiognomie sind in den letzten Jahrzehnten immer stärker dem Untergang preisgegeben. Zu ihnen gehört auch die Gemeinde von Ellrich, einem Städtchen am Rande des Südharzes auf der kürzesten Strecke von Hannover nach Thüringen. Hier lebte noch vor etwa einem halben Jahrhundert eine kleine, aber wertvolle jüdische Gemeinschaft.

Textilgeschäft

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Hermann Gerson, der im Gebäude Kirchberg 8 ein Textilgeschäft hatte. Auch er war nichtjüdisch verheiratet. Seine beiden Kinder Ruth und Alexander waren bereits 1930 nach Palästina ausgewandert. 1938 wurde das Geschäft von Hermann Gerson zwangsweise "arisiert". Hermann Gerson und seine Frau Julie wurden obdachlos. Sie fanden Unterkunft bei der nichtjüdischen Familie Heß. 1944 wurde Hermann Gerson denunziert und in das KZ Auschwitz deportiert.

Elektrogeschäft

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Wladimir Slobodkin, der in der Georgstraße 25 ein Elektrogeschäft betrieb und seit seiner Heirat mit Magda geb. Glaser 1917 evangelisch geworden war. 1933 kehrte er auf Grund starker Anfeindungen in die Sowjetunion zurück. Seine Frau und die 1918 geborene Tochter Edith blieben zunächst in Eisfeld zurück, wurden jedoch später deportiert; ihr Schicksal ist unbekannt

Villa Klebe

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Ehemalige Villa der jüdischen Kaufmannsfamilie Klebe in der Goethestraße 48. In diesem Haus wurden im September 1941 die 145 noch in der Stadt lebenden Juden zusammengepfercht und von dort nach Theresienstadt deportiert. Das Gebäude befindet sich in einem heruntergekommenen Zustand. Eine Hinweistafel ist nicht angebracht.