Stadtspaziergang Dessau-Roßlau
Die „Doppelstadt“ Dessau-Roßlau, 2007 aus einer Kreisreform hervorgegangen, zählt heute mit gut 83.000 Einwohner*innen zu den drei Oberzentren in Sachsen-Anhalt. Als innovative Bauhausstadt im Gartenreich“ empfiehlt sie sich Unternehmen und Tourist*innen gleichermaßen – doch sind die Narben der Geschichte vor allem der alten Residenzstadt Dessau noch deutlich ins Gesicht geschrieben: Mit dem Bombenangriff vom 7. März 1945 versank das historische Zentrum gänzlich in Schutt und Asche, der sozialistische Wiederaufbau veränderte Stadtbild und Straßenführung.
Jüdisches Krankenhaus (Mainz)
Das Israelitische Krankenhaus wurde 1904 eröffnet und bot 40 Betten mit weiteren 15 Betten in einem angeschlossenen Altersheim. Nach 1933 war eine geregelte Arbeit hier nicht mehr möglich. Viele ältere Jüdinnen*Juden fanden in der Zeit des Nationalsozialismus' hier Unterschlupf. 1942 wurden sie alle mit den Ärzten sowie dem Personal deportiert.
Nach Kriegsende diente das Gebäude als Unterbringung für Mainzer Bürger*innen. Anfang der 1970er Jahren wurde es abgerissen.
Hauptsynagoge F2, 13 (Mannheim)
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Synagoge trotz der vorgenommenen Erweiterungen für die stetig wachsende Gemeinde zu klein geworden. So entschloss man sich in den 1840er-Jahren zu einem Neubau an Stelle der bisherigen Synagoge in F 2,13. 1851 wurde die alte Synagoge abgebrochen. Im Juli 1851 begannen die Arbeiten für den Neubau. Zahlreiche Mannheimer und auswärtige Firmen waren mit den Arbeiten, insbesondere der künstlerischen Ausgestaltung beschäftigt.
Israelitische Elementarschule (Steinbach am Glan)
Die Schule wurde 1838 eröffnet und bis 1. Juli 1916 als Israelitische Elementarschule, dann als Religionsschule, geführt. 1870 wurde in ihrem Keller eine Mikwe eingerichtet.
Jüdisches Museum (Steinbach am Glan)
Das Jüdische Museum in Steinbach am Glan, innerorts in der Lindenstraße befindlich, dokumentiert die Geschichte der Jüdinnen*Juden in der Gemeinde sowie in der Region. Im Museum selbst sind Schautafeln angebracht, die Ereignisse des örtlichen Judentums aufzeigen. In Vitrinen sind Gegenstände untergebracht, die zu religiösen Ritualen benutzt worden sind. Das Museum hat zweimal pro Monat zwischen 15 und 17 Uhr geöffnet. Von Dezember bis Februar ist das Museum geschlossen. Öffnung auch auf Anfrage möglich.
Mikwe im Gemeindezentrum (München)
Die Mikwe befindet sich im Untergeschoss der Hauptsynagoge Ohel Jakob im Gemeindezentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern.
Raschi-Haus (Worms)
Das heute unter anderem als Stadtarchiv und Jüdische Museum genutzte Raschi-Haus geht in seinen Ursprüngen in das späte Mittelalter zurück. Ursprünglich diente es der Jüdischen Gemeinde Worms als Gemeindehaus, unter anderem als Hospital, Tanz- und Lehrhaus, sowie als Altenheim. In den Kellergewölben haben sich Mauern vom ersten Bau erhalten.
Oldenburg
Urkundlich erwähnt wurden Juden in Oldenburg erstmals in einem Ratsbeschluss aus dem Jahr 1334, in dem ein Konflikt zwischen Graf und Magistrat bezüglich der wiederholten Forderungen der Kaufmannschaft nach Ausweisung der Juden beschrieben wird. In der Stadtrechtsurkunde von 1345 wurde der Schutz der Juden mit Beschränkung ihrer beruflichen Tätigkeiten auf den Geldhandel verankert. Dieser Rechtszustand blieb bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bestehen. Bis zur Dänenzeit (1667-1773) gibt es nur wenige Belege für hier ansässige Juden.