Na Popelce 770/13
Prague
15000 15000 Praha 5 - Košíře
Tschechien
<p>Die Košíře-Synagoge in Prag war ein jüdisches Bethaus, das im Jahr 1849 als Nordflügel des landwirtschaftlichen Anwesens Popelka errichtet wurde, nachdem sich die politische Lage nach 1848 entspannt hatte und jüdische Einwohner begannen, aus dem zentralen Ghetto in die Vororte zu ziehen. Das Gebäude wurde im schlichten klassizistischen Stil mit hohen Rundbogenfenstern erbaut und bot im Saal Platz für 100 Männer sowie weitere 50 Plätze auf der Frauengalerie. Im Jahr 1894 wurde die jüdische Gemeinde von Košíře mit der benachbarten Gemeinde Smíchov zusammengeschlossen, und die Synagoge diente ihrem religiösen Zweck bis zum Jahr 1931, als sie im Zusammenhang mit der Eröffnung der neuen Synagoge in Smíchov geschlossen wurde. Ab 1933 wurde das Objekt als jüdisches Waisenhaus und Asyl für Arme genutzt, während es während der deutschen Besatzung von der sogenannten Treuhandstelle als Lager für geraubte Antiquitäten und Möbel aus jüdischen Wohnungen zweckentfremdet wurde. Eine radikale bauliche Veränderung erfolgte im Jahr 1952, als das Gebäude zu einem Mietshaus umgebaut wurde, wobei alle charakteristischen sakralen Elemente sowie die ursprüngliche Form der Fenster verloren gingen, sodass das Bauwerk heute optisch mit der umliegenden Wohnbebauung verschmilzt und unter der Adresse Na Popelce 201/3 weiterhin als Wohnhaus existiert.</p>
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