Kronenstraße 15
76133 Karlsruhe
Deutschland
<p>Um 1820 gründeten zehn Familien den „Tempelverein“, der einen reformierten jüdischen Gottesdienst einführte. Mit dem Wachstum der Gemeinde wurde eine neue Synagoge nötig. Bereits 1798 begann nach Plänen von Friedrich Weinbrenner der Bau einer Synagoge in der Kronengasse, die 1806 eingeweiht wurde.</p><p>1871 brannte dieses Gebäude bei einem Großbrand vollständig ab. Übergangsweise fanden die Gottesdienste im israelitischen Krankenhaus und an Feiertagen in einem Saal der „Eintracht“ statt. Von 1872 bis 1875 entstand am selben Ort eine neue Synagoge nach Entwürfen von Josef Durm, die am 12. Mai 1875 feierlich eingeweiht wurde. Stadtrabbiner war Dr. Adolf Schwarz.</p><p>Da die neue Synagoge eine Orgel hatte, spaltete sich die orthodoxe Gemeinde ab und errichtete eine eigene Synagoge in der Karl-Friedrich-Straße. In der Pogromnacht 1938 wurden beide Synagogen angezündet: Die orthodoxe Synagoge wurde vollständig zerstört, die in der Kronenstraße teilweise. Die jüdische Gemeinde musste die Abbruchkosten tragen; das Baumaterial wurde für den Straßenbau verwendet.</p><p>Auf dem mit einer Mauer aus Kalksteinquadern abgeschlossenen Synagogengrundstück in der Kronenstraße wurde 1963 zum 25. Gedenktag der Zerstörung der Synagoge eine bronzene Gedenktafel angebracht. Der leere Platz wird heute vor allem von den fünf hier angepflanzten Pappeln geprägt.</p>