Raymond Rivet St
Beau-Bassin, Mauritius
Mauritius
<p>Am 26.12.1940 erreichten 1581 Juden vorwiegend aus Österreich und Deutschland Mauritius – abgeschoben von der britischen Mandatsmacht aus Palästina, das sie nach ihrer Flucht aus Europa unter großen Entbehrungen endlich erreicht hatten. Sie kamen umgehend in ein Internierungslager in Beau Bassin, Männer und Frauen strikt getrennt und unter schlechten hygienischen Bedingungen. Typhus, Malaria, Polio, im ersten Jahr auf Mauritius starben über 50 Menschen. Die Überlebenden wurden bis Kriegsende hier interniert, ohne Anklage, ohne Aussicht auf ein Ende der Gefangenschaft. Im Laufe der Jahre entwickelte sich ein kultureller Mikrokosmos im Lager, es gab eine Lagerzeitung, die Häftlinge richteten eine Schule ein und verschiedene kleine Handwerksbetriebe. Nach Kriegsende durfte ein Teil der Menschen doch noch nach Palästina ausreisen und gäbe es nicht einen jüdischen Friedhof in Mauritius und das Engagement einiger Organisationen und Autoren, wäre ihr Schicksal wohl vergessen. In St. Martin, einem kleinen Ort an der Westküste von Mauritius, liegt der gut gepflegte jüdische Friedhof mit 128 Gräbern, im Informationszentrum nebenan wird an die Geschichte der internierten Menschen erinnert.</p>
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