Hügelgasse 6
bayern
97711 Maßbach
Deutschland
<p>Isidor Eberhardt *2.Feb. 1873, heiratete 1902, mit 29 J. die am 15. April 1875 in Heiligenstadt in Thüringen geborene Frieda Strauß. Sein Vater, Jakob, hatte zu der Zeit vom Juden Maier Stoll das HN.172 erworben, in das nun Isidor mit seiner Frau Frieda einzog. Isidors vier Kinder, wurden dort geboren: </p><p> 1.4.6.2.1 Arthur *17. Okt. 1903. Er, ledig, kaufm. Angestellter in Nürnberg, fuhr am 17.Okt 1925, 22 Jahre alt, mit dem Schiff „Madrid“ des Nordd. Lloyd von Bremen nach Lissabon.</p><p>1.4.6.2.2 Gustav *9. Feb. 1905, ∞ 1935 Lilli Stern aus Nürnberg, emigrierte 1935 über Spanien weiter.</p><p>1.4.6.2.3 Ludwig *4. April 1906, verstarb schon am 7. Okt 1906.</p><p>1.4.6.2.4 Max *13.Sep. 1913. Als jüngster wurde nur Mäxchen genannt.</p><p>Vater Isidor betrieb wie die meisten Juden Viehhandel im weiteren Umfeld. 1910 muss er allerdings in finanzielle Schwierigkeiten gekommen sein, denn sein Anwesen wurde zur Zwangsversteigerung ausgeschrieben. Am 5. Dez. 1910 um 2 Uhr kam es zur Versteigerung des Grundbesitzes, nämlich:Gebäude, Wohnhaus, Scheune, Hühnerstall, Hundehütte, Holzgelege, Backofen, Schweinestall ?, Werkstatt, Hofraum, Gras- und Baumgarten. Wie die Versteigerung verlaufen ist, ist nicht bekannt, aber vermutlich hat die Verwandtschaft unterstützend eingegriffen, denn als 1913 das Mäxchen geboren wurde, sowie im Juli 1915, wohnte die Familie noch immer dort. Nun war aber Krieg, Isidor wurde gemustert und 1916, mit 43 Jahren, als Kanonier bei der Artillerie eingezogen. Im Jan. 1917 kam er erst in das Lazarett in Metz, dann weiter in das Lazarett in Heidelberg und dann nach Stuttgart. Im Juni 1917 war er wieder im Stellungskampf zwischen Maas und Mosel beteiligt. Aber dann am 5. Dez. 1917 aus dem Dienst entlassen. Der Krieg noch nicht zu Ende, musste er nun sehen, wie er seine Familie versorgt! So wohnte um 1919 seine Frau Frieda, sicher mit den Kindern, in HN.44 im Gasthof „Adler“. Nun betrieben, 1920, die beiden Isidor Eberhardt und Friedmann aus Maßbach, von Oschersleben in Sachsen aus, einen weitreichenden Viehhandel. Sogar bis München wurde ihr Vieh verfrachtet. Jedoch hatten sie nur die Erlaubnis für den Viehankauf und Verkauf in Sachsen. Darum standen die Beiden 1922 von der Straf-kammer in Schweinfurt, weil sie ohne Genehmigung und im großen Umfang Viehankäufe und Handel von Sachsen nach Bayern und zurück getätigt hatten. Beide wurden zu Geldstrafen, von 11 000 bzw. 10 000 Mark verurteilt. </p>
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