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Deutschland
Emmy Wolff wurde am 25. Dezember 1890 in Bernburg an der Saale als das älteste von drei Kindern einer jüdischen bürgerlichen Familie geboren. Nach dem Besuch einer Höheren Töchterschule und eines Mädchenpensionats studierte sie von 1915 bis 1918 an der Hochschule für Frauen in Leipzig Sozial- und Rechtswissenschaften. In München und Frankfurt am Main setzte sie nach dem Ersten Weltkrieg ihr Studium fort und erlangte 1922 das Diplom für Sozial- und Verwaltungsbeamte. Zwei Jahre später promovierte sie in Frankfurt zum Thema: „Ein Mädchenclub und der Herkunftskreis seiner Mitglieder […].”
1925 ging Emmy Wolff nach Berlin und wurde persönliche Assistentin der Reichstagspolitikerin Gertrud Bäumer. Zwischen 1927 und 1931 war sie Geschäftsführerin des Bundes Deutscher Frauenvereine (BDF), für den sie auch in anderen Bereichen tätig war. So publizierte sie etwa im Auftrag des BDF das Jahrbuch der Frauenbewegung 1927/28 – 1931. Zudem unterrichtete sie an der von Alice Salomon gegründeten Sozialen Frauenschule und der Deutschen Akademie für soziale und pädagogische Frauenarbeit. Emmy Wolffs Lebensgefährtin Hilde Lion, mit der sie in Berlin-Westend wohnte, war ab 1929 die erste Direktorin der Akademie.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten und der damit einsetzenden Ausgrenzung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung, hatten Hilde Lion und Emmy Wolff keine beruflichen Perspektiven mehr. Die Akademie war zum Schutz deren jüdischer Mitarbeiterinnen aufgelöst worden. Hilde Lion emigrierte 1933 nach England und gründete in Surrey die Stoatley Rough School, die als Internat für deutsche Flüchtlingskinder konzipiert war. 1935 verließ auch Emmy Wolff Deutschland und unterrichtete gemeinsam mit Hilde Lion bis zu ihrem Ruhestand 1957 an dieser Schule. Trotz der damit verbundenen Risiken reiste sie mehrmals nach Deutschland, um die Emigration von Kindern zu organisieren. Am 9. November 1969 starb Emmy Wolff in Surrey.
Autor: Pascal Paterna



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