Friedrichstraße 22
76669 Bad Schönborn
Deutschland
<p>Seit 1846- dem vermutlichen Baujahr- diente das Gebäude der kleinen jüdischen Gemeinde über 90 Jahre lang, als Bet- und Versammlungshaus. Ab 1924 nahm die jüdische Gemeinde stark ab, so dass das Gebäude am 6. März 1938 verkauft wurde. Seither wurde die Synagoge als Scheune genutzt. In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 erschienen bei der Synagoge SA- Leute und wollten diese mit Benzin übergießen und anzünden. Ein Mann aus der Nachbarschaft lief gerade vorbei und rief den SA-Leuten zu: "Lasst das bleiben, die Synagoge ist jetzt in Privatbesitz!" Durch diesen Zufall wurde die Mingolsheimer Synagoge in letzter Minute vor der Zerstörung gerettet.</p><p>Im Laufe der Jahre wurden viele bauliche Veränderungen vorgenommen, Fenster und Inventar entfernt und eine Zwischendecke eingezogen. Der im privaten Innenhof gelegene Bau wird heute als Abstellraum genutzt. Im Innenhof gab es auch ein Brunnen der als jüdisches Kultbad (Mikwe) genutzt wurde. Dieses Bad wurde geschützt durch einen Verschlag, in dem früher auch der Leichenwagen der jüdischen Gemeinde abgestellt war. Die katholische Pfarrgemeinde hat den Wagen nach der Auflösung der jüdischen Gemeinde übernommen.</p><p>Schüler der Franz-Josef-Mone- Schule restaurierten 2013, im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Zeichen Setzten," den Wagen, der den einfachen Kutschenwagen aus der Zeit um 1860 entspricht. </p><p> </p><p> </p>
Auch die hebräische Jahreszahl 1846.