Karl-Marx-Str. 194
15236 Frankfurt an der Oder
Deutschland
Die Stadt an der Oder bot als Drehscheibe des Ost-West-Handels jüdischen Händlern eine gute Erwerbsgrundlage. Die Viadrina, so der Name der 1506 gegründeten Universität, ließ seit 1699 zudem jüdische Studenten zu. Auf dem Gelände der Viadrina soll einst auch die erste Synagoge gestanden haben. In der jüdischen Welt war Frankfurt seit dem frühen 17. Jahrhundert bekannt für den Druck der hebräischen Bibel und des babylonischen Talmuds. Sichtbares Zeichen des wirtschaftlichen und sozialen Aufstiegs der Jüdischen Gemeinde war der Bau einer neuen Synagoge. 1823 wurde das im klassizistischen Stil gestaltete Gebäude in der damaligen Tuchmacherstraße eingeweiht. Doch nicht alle Frankfurter Juden konnten sich mit dem dort praktizierten liberalen Ritus identifizieren, zumal 1891 eine Orgel eingebaut wurde. So kam es zur Spaltung der Gemeinde und die Anhänger der Orthodoxie bezogen einen eigenen Betsaal in der Spornmachergasse. In der Pogromnacht wurde die Frankfurter Synagoge in Brand gesetzt, aber nicht völlig zerstört. In den 1950er-Jahren erfolgte der Abriss der noch stehenden Bauteile.

