M.A. Marx, Metzgerei und Wurstwaren (Maßbach)

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Adresse

Poppenlauerer Str. 8
bayern
97711 Maßbach
Deutschland

Früherer Straßenname
Hs. Nr. 41
Koordinate
50.183777, 10.276046

<p>Die Geschichte der j&uuml;dischen Metzgerei in Haus Nr. 41 beginnt mit Jehuda ben Shover Mordechai. Durch weltliche Anpassung wurde aus Jehuda L&ouml;b und aus Mordechai Marx. L&ouml;b Marx, bereits Metzger in dritter Generation, ein frommer Jude und &auml;u&szlig;erst t&uuml;chtig im Beruf, erhielt 1827 als einer der ersten Juden den Zunftbrief, der ihn den christlichen Kollegen gleichstellte. In seinem fr&uuml;heren Gesch&auml;ftshaus auf der gegen&uuml;berliegenden Stra&szlig;enseite starb 1851 seine erste Frau Babette nach kinderloser Ehe. Im selben Jahr heiratete der 56-j&auml;hrige L&ouml;b die 26-j&auml;hrige Lea Saalheimer aus Kleinsteinach und zog mit ihr in Haus Nr. 41. Dort wurden ihre vier Kinder geboren: Max Abraham, Regina, Moses und Salomon.Der &auml;lteste Sohn Max Abraham Marx (1852&ndash;1924) erlernte ebenfalls das Metzgerhandwerk, ging nach der Lehre auf Wanderschaft nach Hamburg und arbeitete 1870/71 im Krieg in der Feldschl&auml;chterei. Nach dem Tod des Vaters 1871 &uuml;bernahm er mit kaum zwanzig Jahren die Metzgerei, versorgte Mutter und Geschwister und baute den Betrieb mit Flei&szlig; und Redlichkeit aus. Neben dem Ort belieferte er auch entfernte Kunden mit koscherem Fleisch. Als frommer Jude war er vorbildlicher Vorsteher der israelitischen Gemeinde, &uuml;ber f&uuml;nfzig Jahre Tora-Vorleser und Schofarbl&auml;ser und f&uuml;hrte unentgeltlich mehr als 600 Beschneidungen durch. Mit seiner Frau Fanny Ehrlich hatte er vier S&ouml;hne und vier T&ouml;chter.Sohn Moritz, ebenfalls Metzger und 1913 Gemeindevorstand, fiel 1915 im Krieg. Die Hoffnung des Vaters, ihm die Metzgerei zu &uuml;bergeben, zerschlug sich. 1924 &uuml;bernahm Schwiegersohn Adolf Friedmann den Betrieb. 1927 wurde unter gro&szlig;er Anteilnahme der Bev&ouml;lkerung das 100-j&auml;hrige Jubil&auml;um gefeiert. Doch der R&uuml;ckgang der j&uuml;dischen Bev&ouml;lkerung und zunehmender Antisemitismus zwangen Friedmann 1930 zum Verkauf.&nbsp;1937 emigrierte die Familie in die USA. In Ma&szlig;bach f&uuml;hrte Willi Endriss die Metzgerei weiter; sp&auml;ter &uuml;bernahm sein Sohn G&uuml;nter das Gesch&auml;ft und errichtete ein neues Gesch&auml;ftshaus.</p>

Medien
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. März 1893
Aufnahmedatum
1893
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unknown
Meyrav Levy
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alemannia-judaica
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Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. März 1893: "Koscher. M. A. Marx, Maßbach, Unterfranken offeriert Koch- und Servelatwurst, Rauch- und Pökelfleisch, ger. Zungen in bekannter Güte zu billigsten Preisen. Versand gegen Nachnahme. Referenz Ihre Erwürden die Herren Rabbiner Bamberger in Bad Kissingen, Buttenwieser in Straßburg im Elsass."
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Juni 1903
Aufnahmedatum
1903
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Meyrav Levy
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Beschreibung
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Juni 1903: "Lehrling, Sohn religiöser Eltern, zum sofortigen Eintritt gesucht.
M.A. Marx, Metzgerei und Wurstwaren, Maßbach (Unterfranken)."
Jubiläum des Fleisch- und Wurstwarengeschäftes von Max A. Marx (1927)
Aufnahmedatum
1927
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Beschreibung
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Juni 1927: "Maßbach (Unterfranken), 14. Juni (1927). Ein seltenes Jubiläum konnte am 11. Juni dieses Jahres das Fleisch- und Wurstwarengeschäft M.A. Marx in Maßbach begehen. Laut vorhandener amtlicher Urkunde vom 11. Juni 1827 erhielt der Großvater des jetzigen Inhabers an diesem Tage die Konzession zur Ausübung des Metzgergewerbes in Maßbach."
Todesanzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. März 1924
Aufnahmedatum
1924
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Beschreibung
Todesanzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. März 1924: "Nach langem schweren Leiden wurde uns unser innigstgeliebter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr M.A. Max heute Nacht durch den Tod entrissen. Massbach (Unterfranken), 4. März 1924. Die tieftrauernden Hinterbliebenen".
Zum Tod von M. A. Marx - langjähriger Gemeindevorsteher, Beschneider u.a.m. (1924)
Aufnahmedatum
1924
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Beschreibung
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. März 1924: "Maßbach, 6. März (1924). Einen unersetzlichen Verlust erleidet die hiesige Kultusgemeinde durch den Heimatgang ihres langjährigen früheren Vorstandes, Herrn M.A. Marx. Im echt jüdischen Elternhause nach den alten Traditionen erzogen, hielt er mit peinlicher Gewissenhaftigkeit alle Mizwot (Gebote) und war er stets bestrebt, seine Kinder in gleichem Sinne zu erziehen. Seine freie Zeit - nach des Tages schwerer Arbeit - benützte er schon in Jugendjahren zur Vertiefung in die jüdischen und profanen Wissenschaften und so konnte er - ein Fall, der wohl selten dastehen dürfte - als jüdischer Metzger schön im jüdischen Schrifttum lernen. Als Chasan (Vorbeter, oder sollte hier wegen dem Nachfolgenden besser Mohel stehen = Beschneider?) ist Herr Marx in weitesten Kreisen bekannt. 607 Knaben sind von ihm in den Heiligen Bund eingeführt. Sein Sinn für Wohltätigkeit dürfte einzig dastehen. Die hiesige Gemeinde, für deren Erhaltung er bis zu seinem Ende bestrebt war, verdankt seinen Bemühungen ihre sämtlichen, der Neuzeit entsprechenden, gut erhaltenen Institutionen, sodass ihm aus Anerkennung seiner Verdienste vor zwei Jahren der Chawer-Titel zuerkannt wurde."
Max Abraham Marx
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Dan Bodenheimer (Cousin Detective
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Metzgerei Max Abraham Marx mit Familie Marx
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Sammlung Klaus Bub
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567
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Metzgerei Max Abraham Marx- Metzgerei 100 Jahre + Zwillinge
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1927
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344
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Fanny Ehrlich Marx
Aufnahmedatum
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600
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Paula Marx (geb. Hey) - Frau von Sali Marx (Sohn von Max Abraham Marx), mit ihre Tochter Rahel
Aufnahmedatum
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548
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800
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Marx Zwillinge, 1929
Aufnahmedatum
1929
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Sammlung Klaus Bub
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800
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543
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CC BY-SA 4.0
Zwillinge Fanny u. Marga
Aufnahmedatum
1929
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Meyrav Levy
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Sammlung Klaus Bub
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495
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545
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CC BY-SA 4.0
Moses Marx, Sohn von M.A. Marx, Lehrer in Gunzenhausen
Aufnahmedatum
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Meyrav Levy
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Sammlung Klaus Bub
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250
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310
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CC BY-SA 4.0
Literatur
Siehe auch: Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. August 1922, Zum 70. Geburtstag von Max A. Marx + vom 28. September 1922 + vom 13. März 1924 Zum Tod von M. A. Marx - langjähriger Gemeindevorsteher.
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