Wohnort Samuel Eberhardt (1833 - 1905) und sein Sohn Sigmund Eberhardt (1872 - 1954). Viehhändler (Maßbach)

Complete profile
90
Kategorie
Adresse

Sackgasse 3
bayern
97711 Maßbach
Deutschland

Früherer Straßenname
Haus Nr. 80
Koordinate
50.183043, 10.276807

<p>Samuel Eberhardt,&nbsp;wurde am 22. M&auml;rz 1833 in noch in HN.26 Ma&szlig;bach,&nbsp;geboren (d. 1905). Sohn des Viehh&auml;ndlers Sender/ Alexander Eberhardt und Marianne, geb. Rosenstein.&nbsp;Er heiratete 1862 Fanny Schild&nbsp; (d. 1910 Grab 37) die ebenfalls dort im Haus wohnte.&nbsp;Sie zogen mit Fannys Vater nach HN 198, wo Miriam (1868-1934), der verheiratete Moritz Nelkenstock aus Tann in der Rh&ouml;n, und Sigmund (1872) geboren wurden. Samuel und Fanny Eberhardt erwarben noch vor 1880, von den Kindern des Moses Eisemann, &nbsp;HN. 80. Samuels j&uuml;ngster Sohn - Moritz, kam dort im 1880 zur Welt (1907 heiratete er Ida Rosenberger und zog nach Bad Kissingen).&nbsp;</p><p>Sigmund Eberhardt (1872-1954), der in Ma&szlig;bach Sichele genannt wurde, &uuml;bernahm den Viehhandel seines Vaters und heiratete im 1901 Bella Marx (1878-1949). Sie hatten zeitweise eine christliche Hausangestellte. Ihre einzige Tochter Margarete Ida (Gretel) wurde am 12. August 1902 in Ma&szlig;bach geboren. Anfang 1917 wurde Sigmund Eberhardt gemustert und der 45-J&auml;hrige zum 9. Bayerischen Infanterie-Regiment eingezogen. Bereits im April 1917 musste er an der Schlacht bei Arras teilnehmen. Wegen Herzbeschwerden wurde er sp&auml;ter ins Feldlazarett eingeliefert, f&uuml;r den Einsatz an der Front als untauglich eingestuft und zur Bayerischen Wirtschafts-Kompanie, die f&uuml;r den Gem&uuml;seanbau zust&auml;ndig war, versetzt. Dem Ehepaar Eberhardt gelang noch rechtzeitig die Flucht ins Aus-land. Bevor sie am 26. Februar 1940 Ma&szlig;bach verlie&szlig;en, verkauften sie einen Teil ihres Hausrates (u. a. das Wohnzimmerb&uuml;fett und eine Porzellanfigur des Alten Fritz) an Karl Geier. Am 27. M&auml;rz 1940 erreichten sie mit dem Dampfer &bdquo;Principessa Maria&ldquo; Buenos Aires 37, wo beide Eheleute bis zu ihrem Tod leben sollten.</p><p>Ihre Tochter Margarete Eberhardt (*1902) heiratete im Dezember 1930 den im Jahr zuvor verwitweten Bankier Karl Weinmann (1890-1948). 1937 wanderten die Weinmanns nach Argentinien aus.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p>

Medien
"Bestätigung" von 1942 zum Verkauf der Synagoge
Aufnahmedatum
unknown
Fotografiert von
Dokument erhalten von Klaus Bub
Meyrav Levy
Bildquelle (Woher stammt das Bild)
alemannia-judaica
ggf. URL
https://www.alemannia-judaica.de/massbach_synagoge.htm
Breite
772
Höhe
1000
Lizenz
CC BY-SA 4.0
Beschreibung
"Bestätigung" von 1942 zum Verkauf der Synagoge
Beim Verkauf des Hauses von Samuel Eberhardt Kultusvorstand der Maßbacher jüdischen Gemeinde wurde Karl Geiling Sattlermeister schon im Jahre 1921 die Zusicherung gegeben, sobald die Synagoge in anderen Besitz übergehe, nur Karl Geiling Sattlermeister von Maßbach in Frage käme. Da Geiling stets der jüdischen Gemeinde in jeder Art u. Weise freundschaftlich entgegen kam u. die Juden von Maßbach teilweise ausgewandert, verstorben u. verzogen sind, dass nur noch 2 Mitglieder von der Kultusgemeinde zugegen sind, nämlich Vertrauensmann David Frank sowie Sigmund Eberhardt befürworten dieselben laut Unterschrift und Gemeindestempel, dass nur dieses Objekt beim Verkauf an Karl Geiling Sattlermeister in Maßbach übergehen soll. Maßbach, den 2. Juli 1942.
Sigmund Max Israel Eberhardt
Maßbach
David Isr Frank Vertrauensmann
Israelitische Kultusgemeinde Maßbach Unterfranken
Aus Argentinien schrieb Sigmund Eberhardt
Aufnahmedatum
unknown
Fotografiert von
Dokument erhalten von Klaus Bub
Meyrav Levy
Bildquelle (Woher stammt das Bild)
alemannia-judaica
ggf. URL
https://www.alemannia-judaica.de/massbach_synagoge.htm
Breite
820
Höhe
850
Lizenz
CC BY-SA 4.0
Beschreibung
Aus Argentinien schrieb Sigmund Eberhardt - ehemals wohnhaft in Maßbach Haus Nr. 80 - an die Israelitische Kultusgemeinde in Würzburg im Blick auf den Verkauf des Synagogengebäudes an seinen Freund Karl Geiling am 30. Mai 1948:
"Chos Malal 30/5.1948
Isr. Kultusgemeinde Unterfranken Würzburg Valentin–Beckerstraße 11
Als ehemaliges Mitglied der Kultusgemeinde Maßbach meines Geburt– u früheren Heimatortes, möchte anbei bestätigen, dass Herr Karl Geiling von dort jederzeit sehr anständig u gut gegen uns Juden gesinnt war u ich möchte darum nur befürworten, dass ihm der Verkauf unserer einstmaligen Synagoge zu gebilligt wird.
Hochachtungsvoll Sigmund Eberhardt."
Das Wohnhaus von Samuel und Sigmund Eberhardt in Maßbach
Aufnahmedatum
unknown
Fotografiert von
unknown
Meyrav Levy
Bildquelle (Woher stammt das Bild)
Sammlung Klaus Bub
Breite
3365
Höhe
2369
Lizenz
CC BY-SA 4.0
Beschreibung
Abriss in 2015
1 Plan Laubh. Zeichnung
Aufnahmedatum
unknown
Fotografiert von
unknown
Meyrav Levy
Bildquelle (Woher stammt das Bild)
Sammlung Klaus Bub
Breite
2714
Höhe
2026
Lizenz
CC BY-SA 4.0
Beschreibung
Abriss 2015. Beim freilegen des Daches kam eine für dem Laien unbekannte Konstruktion zum Vorschein. Zuerst eine mit wenigen Handgriffen abnehmbare Wandplatte. Darunter eine an den Dachbalken durch Holzschienen verschiebbare weitere Holzplatte, in der Größe einer Türe. Genau unter dieser Konstruktion war im Fußboden bzw. Decke noch eine weitere Klappe. Hatte man alle Klappen geöffnet und außerdem ein paar Dachziegel entfernt, konnte man im Haus an Sukkot das Laubhüttenfest, unter sichtbarem, freiem Himmel feiern.
1 Plan a HN.80 Erdgesch. - Kopie +
Aufnahmedatum
unknown
Fotografiert von
unknown
Meyrav Levy
Bildquelle (Woher stammt das Bild)
Sammlung Klaus Bub
Breite
2409
Höhe
3437
Lizenz
CC BY-SA 4.0
Beschreibung
Abriss 2015
1 Plan b I. Stock
Aufnahmedatum
unknown
Fotografiert von
unknown
Meyrav Levy
Bildquelle (Woher stammt das Bild)
Sammlung Klaus Bub
Breite
2409
Höhe
3437
Lizenz
CC BY-SA 4.0
Beschreibung
Abriss 2015
Gotteswinkel
Aufnahmedatum
unknown
Fotografiert von
Klaus Bub
Meyrav Levy
Bildquelle (Woher stammt das Bild)
Sammlung Klaus Bub
Breite
2624
Höhe
3936
Lizenz
CC BY-SA 4.0
Haus Abbrruch 2015
Aufnahmedatum
2015
Fotografiert von
Klaus Bub
Meyrav Levy
Bildquelle (Woher stammt das Bild)
Sammlung Klaus Bub
Breite
3936
Höhe
2624
Lizenz
CC BY-SA 4.0
Laubhütten Dach
Aufnahmedatum
2015
Fotografiert von
Klaus Bub
Meyrav Levy
Bildquelle (Woher stammt das Bild)
Sammlung Klaus Bub
Breite
3936
Höhe
2624
Lizenz
CC BY-SA 4.0
Abdruck einer Mesusa an einem Türpfosten im Haus von Samuel Eberhardt. Einige Türpfostenbretter konnten von Klaus Bub vor dem Abriss geborgen werden. Sie sind in der ehemaligen Synagoge zu sehen.
Aufnahmedatum
2015
Fotografiert von
Klaus Bub
Meyrav Levy
Bildquelle (Woher stammt das Bild)
Sammlung Klaus Bub
Breite
2592
Höhe
3872
Lizenz
CC BY-SA 4.0
DG
Aufnahmedatum
2015
Fotografiert von
Klaus Bub
Meyrav Levy
Bildquelle (Woher stammt das Bild)
Sammlung Klaus Bub
Breite
772
Höhe
591
Lizenz
CC BY-SA 4.0
Unter d. Dielen
Aufnahmedatum
2015
Fotografiert von
Klaus Bub
Meyrav Levy
Bildquelle (Woher stammt das Bild)
Sammlung Klaus Bub
Breite
3936
Höhe
2624
Lizenz
CC BY-SA 4.0
Gretel Weinmann - Tochter von Sigmund Eberhardt
Aufnahmedatum
unknown
Fotografiert von
unknown
Meyrav Levy
Bildquelle (Woher stammt das Bild)
Sammlung Klaus Bub
Breite
174
Höhe
254
Lizenz
CC BY-SA 4.0
Bellas Kaffeeservice Reitstetter Hannelore, „P T- Bavaria Tirschenreuth 738“
Aufnahmedatum
unknown
Fotografiert von
unknown
Meyrav Levy
Bildquelle (Woher stammt das Bild)
Sammlung Klaus Bub
Breite
4000
Höhe
2672
Lizenz
CC BY-SA 4.0
Beschreibung
Die Nachbarin, Hannelore Reitstetter kann sich noch an die gute Nachbarschaft und auch an die Nische in der Mauer, in der die religiösen Gegenstände verwahrt waren erinnern. Ihren Eltern, Valentin und Babette Reitstetter, hatte damals Bella Eberhardt vor ihrer Flucht ihr „gutes Kaffee-Service“ zu Aufbewahrung zurückgelassen. Noch heute hält nun deren Tochter Hannelore dieses und die Erinnerung an die Eberhardts in Ehren. Sie würde es auch gerne, als Leihgabe der Ausstellung in der Synagoge zur Verfügung stellen.
Der Schlüssel - HN 80
Aufnahmedatum
unknown
Fotografiert von
unknown
Meyrav Levy
Bildquelle (Woher stammt das Bild)
Sammlung Klaus Bub
Breite
3936
Höhe
2624
Lizenz
CC BY-SA 4.0
005 Schlüssel HN.80
Aufnahmedatum
unknown
Fotografiert von
unknown
Meyrav Levy
Bildquelle (Woher stammt das Bild)
Sammlung Klaus Bub
Breite
2248
Höhe
4000
Lizenz
CC BY-SA 4.0
Beschreibung
die Grundstücksbesitzerin kam zu Klaus Bub und sagte, sie hätte für ihn noch ein letztes Stück des Eberhardt Hauses, das Sigmund und Bella sicher oft in den Händen hielten ,- ihren Haustürschlüssel.
006 Stuhl HN.80
Aufnahmedatum
unknown
Fotografiert von
unknown
Meyrav Levy
Bildquelle (Woher stammt das Bild)
Sammlung Klaus Bub
Breite
2592
Höhe
3872
Lizenz
CC BY-SA 4.0
Holzpfosten B R 17nn24
Aufnahmedatum
unknown
Fotografiert von
Klaus Bub
Meyrav Levy
Bildquelle (Woher stammt das Bild)
Sammlung Klaus Bub
Breite
2248
Höhe
4000
Lizenz
CC BY-SA 4.0
Beschreibung
Pfosten mit dem eingeschnitzten Baujahr 1724 und den Initialen B R, was Baruch Rosenbach sein könnte, der zu jener Zeit hier lebte.
Siegmunds Porzellanfigur vom „Alter Fritz“
Aufnahmedatum
unknown
Fotografiert von
unknown
Meyrav Levy
Bildquelle (Woher stammt das Bild)
Sammlung Klaus Bub
Breite
432
Höhe
800
Lizenz
CC BY-SA 4.0
Beschreibung
Nach the Progromnacht 1938, in der der Mopp in ihrem Hause gewütet hatte, bereiteten sie Familie Eberhardt ihre Emigration vor. Sie verkauften eine Teil ihres Hausrates und die noch unbeschädigten Schränke an Karl Geier (Hs.Nr.4) der sie mit einem Handkarren bei den Eberhardts abholte. Als er über die Dorfstraße fuhr, riefen von der oberen Straßenecke ein paar NS Jugendliche „fahr`s nur heim, wir kommen dann uns schlagen`s zam“, der alte Geier, groß und stark, rief zurück „kommt ner“, was sie sich dann doch nicht trauten.
Siegmunds schwarzes Wohnzimmer Büfett und seine Porzellanfigur vom „Alter Fritz“, den die Juden für seine sie unterstützende Haltung verehrten, stehen seit 1938 noch immer bei Familie Geier.
Redaktionell überprüft
Aus

Neuen Kommentar hinzufügen

Das Sprachkürzel des Kommentars.
Leichte Sprache
Aus