Sackgasse 3
bayern
97711 Maßbach
Deutschland
<p>Samuel Eberhardt, wurde am 22. März 1833 in noch in HN.26 Maßbach, geboren (d. 1905). Sohn des Viehhändlers Sender/ Alexander Eberhardt und Marianne, geb. Rosenstein. Er heiratete 1862 Fanny Schild (d. 1910 Grab 37) die ebenfalls dort im Haus wohnte. Sie zogen mit Fannys Vater nach HN 198, wo Miriam (1868-1934), der verheiratete Moritz Nelkenstock aus Tann in der Rhön, und Sigmund (1872) geboren wurden. Samuel und Fanny Eberhardt erwarben noch vor 1880, von den Kindern des Moses Eisemann, HN. 80. Samuels jüngster Sohn - Moritz, kam dort im 1880 zur Welt (1907 heiratete er Ida Rosenberger und zog nach Bad Kissingen). </p><p>Sigmund Eberhardt (1872-1954), der in Maßbach Sichele genannt wurde, übernahm den Viehhandel seines Vaters und heiratete im 1901 Bella Marx (1878-1949). Sie hatten zeitweise eine christliche Hausangestellte. Ihre einzige Tochter Margarete Ida (Gretel) wurde am 12. August 1902 in Maßbach geboren. Anfang 1917 wurde Sigmund Eberhardt gemustert und der 45-Jährige zum 9. Bayerischen Infanterie-Regiment eingezogen. Bereits im April 1917 musste er an der Schlacht bei Arras teilnehmen. Wegen Herzbeschwerden wurde er später ins Feldlazarett eingeliefert, für den Einsatz an der Front als untauglich eingestuft und zur Bayerischen Wirtschafts-Kompanie, die für den Gemüseanbau zuständig war, versetzt. Dem Ehepaar Eberhardt gelang noch rechtzeitig die Flucht ins Aus-land. Bevor sie am 26. Februar 1940 Maßbach verließen, verkauften sie einen Teil ihres Hausrates (u. a. das Wohnzimmerbüfett und eine Porzellanfigur des Alten Fritz) an Karl Geier. Am 27. März 1940 erreichten sie mit dem Dampfer „Principessa Maria“ Buenos Aires 37, wo beide Eheleute bis zu ihrem Tod leben sollten.</p><p>Ihre Tochter Margarete Eberhardt (*1902) heiratete im Dezember 1930 den im Jahr zuvor verwitweten Bankier Karl Weinmann (1890-1948). 1937 wanderten die Weinmanns nach Argentinien aus. </p><p> </p>
Beim Verkauf des Hauses von Samuel Eberhardt Kultusvorstand der Maßbacher jüdischen Gemeinde wurde Karl Geiling Sattlermeister schon im Jahre 1921 die Zusicherung gegeben, sobald die Synagoge in anderen Besitz übergehe, nur Karl Geiling Sattlermeister von Maßbach in Frage käme. Da Geiling stets der jüdischen Gemeinde in jeder Art u. Weise freundschaftlich entgegen kam u. die Juden von Maßbach teilweise ausgewandert, verstorben u. verzogen sind, dass nur noch 2 Mitglieder von der Kultusgemeinde zugegen sind, nämlich Vertrauensmann David Frank sowie Sigmund Eberhardt befürworten dieselben laut Unterschrift und Gemeindestempel, dass nur dieses Objekt beim Verkauf an Karl Geiling Sattlermeister in Maßbach übergehen soll. Maßbach, den 2. Juli 1942.
Sigmund Max Israel Eberhardt
Maßbach
David Isr Frank Vertrauensmann
Israelitische Kultusgemeinde Maßbach Unterfranken
"Chos Malal 30/5.1948
Isr. Kultusgemeinde Unterfranken Würzburg Valentin–Beckerstraße 11
Als ehemaliges Mitglied der Kultusgemeinde Maßbach meines Geburt– u früheren Heimatortes, möchte anbei bestätigen, dass Herr Karl Geiling von dort jederzeit sehr anständig u gut gegen uns Juden gesinnt war u ich möchte darum nur befürworten, dass ihm der Verkauf unserer einstmaligen Synagoge zu gebilligt wird.
Hochachtungsvoll Sigmund Eberhardt."
Siegmunds schwarzes Wohnzimmer Büfett und seine Porzellanfigur vom „Alter Fritz“, den die Juden für seine sie unterstützende Haltung verehrten, stehen seit 1938 noch immer bei Familie Geier.
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