Poppenlauerer Straße 5
bayern
97711 Maßbach
Deutschland
<p>In Haus Nr. 159, an der Hauptstraße, wohnte Löb Marx zu erst mit seiner Frau Babette. Diese starb jedoch am 24. Mai 1851, mit 42 Jahren. Kinderlos, war ihre Ehe geblieben. Noch im gleichen Jahr, am 2. Sept' heiratete der 56jährige Löb Marx, die 26jährige Lea Saalheimer, die Tochter von Moses und Regina Saalheimer aus Kleinsteinach. <br />Löb und Lea wurden vier Kinder geboren: Max (1852), Rachel / Regina (1858), Moses(1859) und Salomon der 1872 im israelitischen Waisenhaus in Fürth lebte. Auch Löb Marx hatte das Metzgerhandwerk erlernt und muss wohl in seinem Beruf sehr tüchtig gewesen sein, denn er erhielt schon im Jahre 1827 als einer der ersten jüdischen Handwerker den „Zunftbrief“, wodurch er die gleichen Rechte wie die christlichen Handwerker bekam. In ihrer Schularbeit, schrieb Rahel Marx 1938, dass sich dieser Zunftbrief noch immer im Besitz der Familie befindet. <br />Um 1861 zog die Familie von Nr.159 in Haus Nr.41 auf die andere Straßenseite, das zuvor in Besitz von Samuel Brandis war, vermutlich dem Bruder von Löb Marx. <br />Das jüdische Ritualbad, das schon seit langem im Keller der Doppelhaushälfte (Plan-Nr. 159, heute Poppenlauerer Straße 5) eingebaut war, musste auf Anordnung der Regierung 1825 renoviert werden und erhielt einen Heizkessel. 1878 standen erneut Reparaturen an, die diesmal den Kamin betrafen, aufgrund eines Streites mit der Hausbesitzerin jedoch erst 1882 ausgeführt werden konnten. </p><p>In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts schrumpfte die Kultusgemeinde weiter und erreichte 1925 den Stand von nur mehr 33 Personen. Da sich mit der Mitgliederzahl auch die Einkünfte der Gemeinde stark reduzierten, fiel es zunehmend schwer, die nötigen Bauvorhaben und Reparaturen zu finanzieren. Durch den Kauf des neuen Schulhauses 1895 hatte sich auch eine große Schuldenlast ergeben. 1902 musste ein neues Ritualbad auf dem Grundstück des Schulhauses (Haus-Nr. 161) eingerichtet werden. </p>
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