Englbergweg 7
84036 Landshut
Deutschland
Die jüdische Gemeinde in Landshut begrub im 13. und 14. Jahrhundert ihre Verstorbenen auf dem Friedhof in Regensburg. Wegen der großen Entfernung von rund 60km, aber wohl auch als Ausdruck einer selbstbewussten Etablierung legten die jüdischen Familien 1380 einen eigenen Friedhof außerhalb der Landshuter Stadtmauern an. Das Grundstück am Hofberg, in der Nähe der Wallfahrtskirche "Maria Bründl", gehörte zum direkten Besitz der niederbayerischen Herzöge. Eine in Quellen erwähnte, vorbeiführende alte Straße ist heute der Englbergweg. Die genaue Lage des Friedhofs lässt sich trotzdem nicht mehr genau feststellen. Nach der gewaltsamen Vertreibung aller Juden aus Landshut wurde ihr Friedhof aufgelöst, und die meisten Grabsteine beim Umbau der Synagoge zur Dreifaltigkeitskirche im Kirchturm verbaut. Nur zwei Steine haben die Zeiten überdauert und befinden sich heute im LANDSHUTmuseum. Im 19. und 20. Jahrhundert gehörten die Landshuter Jüdinnen und Juden zur Kultusgemeinde Straubing und fanden auf dem dortigen Friedhof ihre letzte Ruhe.(Patrick Charell)

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