<p>Bekanntmachung.-Um dem immer mehr überhand nehmenden allgemein verbotenen und den ordentlichen Handel beeinträchtigenden Hausierhandel der Juden in Nördlingen Einhalt zu tun, sieht sich das königl. Polizei-Kommissariat auf höchsten Befehl des königl. General-Kommissariats veranlasst,die frühere Verordnung des ehemaligen General-Kommissariats der schwäb. Provinz vom 24. August 1903 durch folgende Bekanntmachung zu erneuern.1.Den Juden wird das ohnehin allgemein verbotene Hausieren mit Waren aller Art in der Stadt Nördlingen auf das strengste untersagt, und zwar bei 5 Gulden im ersten Betrettungsfall, und wenn das bestrafte Individuum zum zweitenmal betreffen wird, wird obige Geldstrafe noch mit Konfiskation sämtlicher Waren vermehrt, und zwar zum Besten des Lokalarmenfonds.2.In Ansehung des Handels mit Gütern bleibt es ohnehin bei den desfallsigen allerhöchsten Verordnungen.3.Außer den Messen Jahr-,Ross-und Viehmärkten in der Stadt,welche sie besuchen dürfen,wird ihnen daselbst kein anderer Handel als mit alten Kleidern,Gold,Silber,Perlen und Pretiosen gestattet.4 Es ist ihnen keine Niederlage von neuen Waren in der Stadt erlaubt, und zu diesem Ende werden ihre Kammern und Wohnungen unvermutet untersucht, die darin gefundenen neuen Waren hinweggenommen, und zum Besten des Armenfonds konfisziert werden.5.Zur Hinwegschaffung solcher dermal bestehenden Warenlager wird ein peremptorischer Termin von acht Tagen gegeben, innerhalb welchem auch jene Bürger, bei welchen Juden Lager haben, davon die Strafe die Anzeige beim königlichen Polizei-Kommissariat zu machen verpflichtet sind. Das königl. Polizei-Kommissariat wird über der genauen Befolgung dieser Verordnungen strenge wachen, und alle Mittel anwenden,um die denselben Entgegenhandelnde ausfindig zu machen. Sollte jedoch ein oder der andere der Aufmerksamkeit zu entgehen wissen, so wird es jedem redlichen Bewohner Nördlingens, dem zugleich nebst Verschweigung seines Namens ein Drittheil der Geldstrafe als Belohnung zug..</p>

Neuen Kommentar hinzufügen